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Kleine Geschichten über Bekleidung
Die Erfindung der Bügelfalte
Die Bügelfalte verdanken wir keinem geringerem als dem englischen König Edward VII. Dieser geriet angeblich 1896 in einen schrecklichen Regen, und brachte seine feuchte Hose zu einem bis dahin unbekannten Schneider. Dieser bügelte
die Hose, hauptsächlich um die Feuchtigkeit rauszubekommen, den der König, und sein Hofstaat warteten. So gab er sie mit Bügelfalte zurück,
und der Hofstaat klatschte artig, als der König seine Hose wieder anhatte. Könige hatten damals einen unheimlichen Einfluss auf die Mode, und so setzte sich die Bügelfalte durch.
Dem gleichen König wird auch die Erfindung des Hosenumschlags nachgesagt. Er hat sie umgeschlagen, um seine Hose vor Schmutz zu schützen.
Während der Hosenumschlag immer mal wieder modern wird, und dann verschwindet, haben noch nicht einmal die Jeans die Bügelfalte bei eleganten Hosen vertreiben können.
Bleiben wir bei den Jeans.
Die Erfindung der Jeansstoffes beginnt im 16. Jahrhundert in der französischen Stadt Nimes. Hier wurde ein Stoff hergestellt den man "Serge de Nimes" (Sackleinen aus Nimes) nannte.
Darum wird der Jeansstoff heute noch Denim genannt. De Nim ist alles was von "Serge de Nimes" übrig blieb. Dies wissen selbst kaum noch Berufsschullehrer, oder Ausbilder.
Erfunden wurde die Jeanshose, aber von Levi Strauss, der aus dem oberfränkischen Buttenheim stammte, und nach America auswanderte.
Dieser erkannte, dass die Goldgräber eine strapazierfähige Hose brauchten.
Die Jeans war eine reine Arbeitshose, erst später wurde sie zum Symbol von Freiheit und Abenteuer. Noch heute gibt es Levi Jeans.
Die Entstehung der Krawatten
Es haben sich natürlich schon immer einige mit bunten Tüchern geschmückt, aber die eigendliche Entstehung, und der Siegeszug der Krawatten begann am französische Hof. Das Wort Krawatten kommt von Kroaten. Der französische König hatte kroatische Söldner, die sich mit bunten Tüchern
um den Hals schmückten. Dies fand man am französischen Hof Ludwigs des XIV, den man auch den Sonnenkönig nannte, sehr schick, und machte es nach.
Da der französische Hof zu dieser Zeit tonangebend war in der Mode, verbreiteten sich die
Krawatten schnell über die Königshäuser aus ganz Europa, und wurden auch von den vornehmeren Bürgern übernommen.
Und noch heute müssen Männer sich mit dem Krawatten binden beschäftigen. Jede Generation aufs neue. Ob beim Vorstellungsgespräch für den neuen Job, oder beim ersten Besuch bei den Schwiegereltern. Eine gut gebundene Krawatte muß sein. Sonst hat man in unserer Gesellschaft bei Feierlichkeiten, und in einigen Berufen schlechte Karten.
Erst einen Nachfolger Ludwigs des XIV schickten die Franzosen auf die Guillotine, doch die Geschichtsschreiber beharren darauf, dass dies nicht geschah, weil die Männer jeden Morgen ihre Krawatte binden mußten.
Auch die Schleife, oder Fliege wurde am französischen Hof erfunden.
Eine Geliebte des Königs Ludwigs des XIV, die Herzogin Louise von Lavalliere, knotete an der Krawatte so lange rum, bis sie "Schmetterlingsflügel" hatte. Aber dieses mal haben sich die Männer Ihre Mode nicht nehmen lassen. Schleifen werden bis heute neben Krawatten überwiegend von Männern getragen.
Frauen bevorzugen eben Gold, Silber, Edelsteine, und Perlenketten um den Hals. Während sich die Männer in Krawatten und Schleifen Anhänger teilen.
Waren Sie schon mal blau???
Ehrenrettung der Farbe Blau, oder wie die Farbe Blau in Verruf geriet
Was hat die Farbe Blau bloß verbrochen, dass alle Betrunkenen mit Ihr in Verbindung gebracht werden?
Im tiefsten Mittelalter, als jede Stadt noch Ihre eigenen Färber hatte, und es fast nur wasserlösliche Farben
gab, waren die Färber eine angesehene Zunft. Alle wohlhabenden Bürger wollten mit schöner Kleidung Ihren
Reichtum präsentieren.
Nur mit der Farbe Blau war das so eine Sache. Blau wurde unter Verwendung von Alkohol hergestellt,
und so manch ein Schluck dürfte wohl während, und nach der Arbeit in den Kehlen der Färber gelandet
sein. Und wenn nach getaner Arbeit, einige wilde Gesellen, mit bläulichen Armen und Gesicht, grölend durch die Gassen zogen,
dann sagten die braven Bürger:
"Sie sind mal wieder blau."
Noch mal Blau (blau machen):
Blau machen ist nämlich etwas anderes, als blau sein, obwohl es auch mit den schon erwähnten Färbern
zusammenhängt. Um ein bestimmtes Blau herzustellen brauchte man eine Pflanze namens Färberwaid.
Hatte man die Kleidungsstücke hiermit gefärbt, so musste man mindestens 12 Stunden warten bis die
Farbe erschien. Was tun während der Zeit? Nichts, den man musste ja auf die Kleidung aufpassen.
Wenn man also blau machte, dann wurde ein grossteil der Zeit nichts gemacht. Natürlich hat das
viele geärgert, dass die da nur rumlungerten, und nichts taten, und so wurde blau machen zu einem
Begriff fürs nichts tun. Und man sagt noch heute, wenn jemand nicht zur Arbeit kommt:
"Er macht blau."
Wegen Hosen eine Schlacht verloren
Das römische Weltreich hatte einen mächtigen Expansionsdrang. Einmal schlug man eine Schlacht gegen eine
persische Armee. Rom war siegreich, aber als die Berichte von der Schlacht nach Rom gelangten, bekamen die Römer Mitleid
mit ihren Feinden und sagten: "Die Armen konnten sich ja auch gar nicht richtig bewegen in Ihrer Kleidung"
Die Perser trugen bereits Hosen
Der Schneider als Herrscher
Harsefeld ist ein stolzer und geschichtsträchtiger Ort. Hünengräber, Urnenfriedhof, Überreste einer sehr
alten Burg, und eines Klosters, Geschichten von wilden Schlachten gegen Wikinger. Die Harsefelder Fürsten waren
mit dem Kaiser verschwägert, und genossen im gesamten norddeutschen Raum viel Einfluß.
Doch einmal gehörte der gesamte Ort einem Schneider (natürlich keinem gewöhnlichem).
Und das kam so:
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges hatten die Schweden eine Königin mit einer Vorliebe für französische Kleider.
Nur mit dem bezahlen nahm es die edle Dame offensichtlich nicht ganz so ernst.
Und so kam es, daß ihr Schneider, von Gläubigern verfolgt, mit seiner Familie zu ihr floh. Dies konnte die
Königin natürlich nicht zulassen, und so schenkte sie ihm kurzerhand die gesamte Ortschaft Harsefeld samt Umland.
Und da der Franzose Schwierigkeiten mit dem Buchstaben H hatte so sagte er:
"Ich bin der Errscher von Asfeld."
Auch seine Güter, die er später in Frankreich erwarb wurden Asfeld genannt,
und somit war für Harsefeld klar, welchen Ort man zur Schwestergemeinde machte.
Die Erfindung des Spencer
Der Spencer ist ein elegantes Kleidungsstück, was gerne von jungen Leuten getragen wird.
Doch erfunden hat Ihn angeblich ein älterer Herr aus dem feuchten England.
Dieser erwartete zu später Stunde noch Gäste, und hatte sich aus diesem Grunde seinen Frack angezogen.
Da noch etwas Zeit war setzte er sich an seinen Kamin und wartete.
Hierbei muss er wohl eingeschlafen sein und wurde erst wach als die Schwalbenschwänze des Fracks angesengt waren
Und da er keine Lust hatte sich noch einmal umzuziehen, mußten seine Bediensteten, die Schwalbenschwänze
einfach abschneiden. Als die Gäste kamen wurde ein neues elegantes Kleidungsstück in die feine englische
Gesellschaft eingeführt.
Und der Name es Herrn war: Spencer
Zwerge:
Ja, was haben Zwerge wohl mit Bekleidung zu tun?
Das auffälligste an den Zwergen aus alten Sagen und Legenden ist, dass sie klein sind und eine auffällig große Mütze tragen.
Wer wenig Sonnenlicht bekommt, weil er in einem Bergwerk arbeitet, erkrankt leicht an Rachitis (Vitamin D Mangel) und wird kleinwüchsig. Da die Bergwerke im Mittelalter nicht beleuchtet waren, trugen die ersten Bergarbeiter eine dicke Mütze um den Kopf vor Stößen zu schützen.
Hierzu passt auch das Zwerge in den meisten alten Geschichten einen Schatz haben, und in Bergen wohnten.
Berserker:
Als Berserker bezeichnet man fürchterliche Kämpfer, nur wenige wissen, das es vom nordischem
Ber = Bär, serk = Hemd kommt. Es waren also Krieger die in Bärenkleidung steckten. Furcht erregend
dürften diese wilden Gesellen allerdings schon gewesen sein.
Ich hoffe, dass Ihnen die kleinen Geschichten rund um Bekleidung gefallen haben, Kleidung ist heute leicht für jeden verfügbar.
Nur wenige wissen welchen hohen Stellenwert Kleidung in früheren Zeiten hatte. So war es in vielen
Regionen, unter Androhung von Strafe, verboten Kleidung zu tragen, die nicht dem Stand entsprach.
Die meisten Farben waren wasserlöslich, was ein häufiges färben erforderte. Bestimmte Farben waren
nur bedeutenden Leuten vorbehalten, wie Purpurrot und Königsblau dem König, oder Kaiser. Für die einfachen
Leute war nur wichtig, das die Kleidung wärmte. Ca. 90 % lebten auf dem Land, nur der Adel und
die Städter genossen gewisse Freiheiten, was diese dann auch durch auffällige Kleidung nutzten.
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